Functional Fitness - Sedrik Ladner vorne dabei

Vierte Kraft in der Hauptstadt


Functional Fitness Sedrik Ladner bei ersten Meisterschaften vorne dabei

Bericht der Werra-Rundschau von Marvin Heinz - 07.10.2021

Sontra/Berlin – Während die politischen Partien der Bundesrepublik um jeden Prozentpunkt zitterten, holte Sedrik Ladner unweit des Bundestags am Wahlsonntag 100 Prozent aus sich heraus. Der 23-jährige Garten- und Landschaftsbauer wurde Vierter bei den ersten deutschen Functional-Fitness-Meisterschaften. Damit sorgte der Sontraer in Berlin für eine faustdicke Überraschung „Das war ein Bombenwochenende. Ich habe gesehen, dass ich mitspielen kann und das wird mir Auftrieb geben“, bilanzierte Ladner, der an zwei Wettkampftagen gegen 23 andere Athleten antrat.

Mit 416 von möglichen 600 Punkten aus sechs Disziplinen war Ladner sehr zufrieden. Dass er in die Spitzengruppe kommen kann, hat er zuvor schon mit dem Sieg bei den hessischen Meisterschaften und mit seinem ersten internationalen Titel im niederländischen ‘s-Hertogenbosch bewiesen. Aber die ersten Deutschen Meisterschaften hatten für seine nationale Konkurrenz einen anderen Stellenwert. „Sie waren für viele der Saisonhöhepunkt. Es war zu erwarten, dass die Leistungsdichte enger ist und deswegen habe ich mir wenig Chancen ausgerechnet“, erläuterte Ladner bescheiden.

Erster Wettkampftag

Am ersten Wettkampftag zählte er nach den Platzierungen vier, 19 und vier in den Disziplinen Mixed Modal, Strength Modal und Bodyweight nicht zum Favoritenkreis zählte. „Ich lag auf Platz sieben im Gesamtklassement und hatte in der Disziplin Strength meine Probleme.“ In einer Bewegung musste die Langhantel vom Boden auf die Schultern umgesetzt werden. „Für mich war bei 130 Kilogramm Schluss“, berichtete Ladner enttäuscht, der aber bei den explosiven Kraftausdauerübungen auftrumpfte.

Zweiter Wettkampftag

In der Disziplin „Bodyweight“ standen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, unter anderem Handstand-Liegestütz, Klimmzüge, Muscle-ups und das Klettern an einem 4,5 Meter langen Seil, auf dem Programm und Ladner kam nur zwei Platzierungen hinter dem Zweitplatzierten durchs Ziel. Ein erster Fingerzeig.

Mit dem Test „Endurance“ erwischte Ladner einen Start nach Maß in den zweiten Tag. „Hier wurde meine aerobe Kapazität auf die Probe gestellt. Nach einem 200-Meter-Lauf und 100 Doppelsprüngen beim Seilspringen musste ich ans Rudergerät und so schnell rudern, dass ich möglichst viele Kalorien verbrauche“, erklärte Ladner, der den Test überraschend und an Ende sogar noch sehr deutlich gewann. Bei den Handstandläufen durch einen Parcours und über Hindernisse landete Ladner nur auf dem 15. Platz, aber er hatte noch genug Körner für die letzte Disziplin. 30 sogenannte Thruster, Kniebeuge kombiniert mit dem Überkopfdrücken der Langhantelstange, meisterte er bravourös, ehe er abschließende 500 Meter auf dem Rudergerät herunterspulte und nach zwei Minuten und 28 Sekunden den letzten Test auf dem zweiten Platz beendete.

WM-Qualifikation

Ob Ladner ein Ticket für die Weltmeisterschaften in Kopenhagen bekommt, ist noch nicht sicher. „Neben dem deutschen Meister werden zwei Athleten mit guten Aussichten bestimmt“, sagte Ladner, der nicht mit der Nominierung rechnet - aber mit Platz vier hat er auch nicht gerechnet.

Das ist Functional Fitness

Funktionale Fitness ist alltagsrelevantes und sportübergreifendes Training. Kompetitive Fitness bezieht sich auf maximale physische Performance im Wettkampf. Dabei werden auf höchsten Niveau Ausdauer, Kraft, turnerische Fähigkeit, Geschicklichkeit im Modalitäten Mix getestet. Während Functional Fitness auf eine Verbandsstruktur baut, ist Crossfit eine Wettkampfsport, den ein amerikanischen Unternehmen etabliert hat.

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Veröffentlichung

Fr, 08. Oktober 2021

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