MSR - Dritter Meisterschaftslauf auf dem Husarenring in Sontra

MSR - Dritter Meisterschaftslauf auf dem Husarenring in 

Wills und Holzapfel fahren Samstag allen davon

Quelle: Werra-Rundschau vom 20.07.2021 Autor: Marvin Heinz

Der dritte Meisterschaftslauf der Motor-Sport-Ring-Rennserie fand am vergangenen Wochenende auf dem Husarenring in Sontra statt. Wir waren hautnah an der Rennstrecke mit dabei.

Sontra – Am vergangenen Wochenende fanden auf dem Husarenring in Sontra die dritten Wettkämpfe der Motor-Sport-Ring-Rennserie (MSR) statt, dabei kämpften die Fahrer um wichtige für ein erfolgreiches Abschneiden für das Gesamtklassement.

Und die Lokalmatadoren bestimmten durch ihr fahrerisches Können vor dem Heimpublikum das Geschehen.

Maxi Wills trumpft auf

Allen voran Maximilian Wills trumpfte vor heimischem Publikum groß auf. In der Klasse „MX2 National“ dominierte der aus Waldkappel-Bischhausen kommende Wills die Rennen nach Belieben. Nach dem Sieg im ersten Lauf war auch der zweite Lauf ein Wills-Festspiel – und das zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag.

„Es ist wichtig, dass man zu Beginn viel Traktion auf dem Hinterreifen hat, um gut wegzukommen“, sagte Wills noch im Vorfeld. Als sich die Startgatter senkten, lehnte er sich über seinen Lenker und brachte prompte die Füße auf die Fußrasten. Dank seiner starken Reaktionszeit raste Wills der Konkurrenz von Beginn davon. Auf der 1890 Meter langen Strecke war sein Sieg nie gefährdet.

Vor der Enduro-Europameisterschaft im August in Tschechien sind die Rennen für Wills von enormer Bedeutung. „Hierdurch holt er sich den notwendigen Speed“, betonte sein Vater Karsten, der ihm noch bis vor dem Start mit Rat und Tat beiseitestand.

Nach der langen Pause merkten die Zuschauer seinem Sohn an, wie froh er war, wieder als Lokalmatador gefeiert zu werden. „Es ist wahnsinnig geil, wieder hier zu fahren“, so Wills, der nicht allein auf der Strecke war. Auch Julian Stüber aus Renda war nach einer langen Pause wieder mit dabei und erzielte mit Platz 13 und 14 gute Resultate.

Holzapfel in Topform

Maximilian „Hero“ Holzapfel gehört in unserer Region neben Maximilian Wills zu den wohl größten Talenten im motorisierten Zweiradsport.

Und der 16-Jährige aus Eschwege war auf dem Husarenring von Beginn an in Topform. Er feierte in der Klasse “MX2 Jugend“ im ersten Lauf den zweiten Platz.

Und es sollte noch besser werden: Bei seinem zweiten Start kam er am besten aus den Gattern und führte das Rennen an. Die Angriffsversuche des aus Rheinland-Pfalz kommenden Phil Niklas Löb parierte Holzapfel in den ersten Runden mit Bravour.

Als Löb stürzte, war sein Heimerfolg nur noch Formsache – Holzapfel überquerte mit 50 Sekunden Vorsprung den Zielhügel.

Vorteil durch Innenlinie

In der Klasse „MX2 National“ gingen Dennis Riemann (32) und Julian Larbig (31) an den Start.Während der aus Röhrda kommende Enduro-Fahrer Julian Larbig seinen Sieg aus dem Jahr 2019 in der Klasse „MX light“ nicht wiederholen konnte und auf dem 24. und 25. Platz landete, war der 32-jährige Dennis Riemann (Waldkappel-Bischhausen) besonders gut aufgelegt. Nach acht Runden überquerte er einmal als sechster und einmal als siebter die Ziellinie der Strecke.

„Beim Start ist mir einer reingefahren, dann musste ich noch einem Sturz ausweichen“, erklärte Riemann, der mit zehn Überholmanöver sein Können unter Beweis stellte. „Es gibt auf unserer Strecke drei, vier Kurven, wo man durch eine innere Linie Zeit und Plätze gewinnt“, so Riemann, der in der Masterklasse mit Platz 24 eine „super Leistung“ ablieferte.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagten Dennis Riemann und Julian Larbig mit einem breiten Lächeln auf den Lippen im Einklang: „Die Rennen haben richtig Lust gemacht. Und es war sehr schön, seine Leute wieder zu sehen, die man von der Strecke kennt.“

 

Einwurf

Dominant wie einst Schumi

VON MARVIN HEINZ

Das Rennwochenende auf dem Husarenring des MSC Waldkappel-Breitau ließ keine Wünsche offen. Fahrer und Zuschauer freuten sich über perfekt organisierte Rennen auf einer gut präparierten Strecke. Neben der Strecke fuhr Peter Überschär auf seinem Mountainbike mehr Runden als jeder andere Fahrer. Der Vereinsvorsitzende koordinierte, telefonierte und motivierte.

Der wichtigste Schachzug wurde aber im Jahr 2010 mit einer wegweisenden Entscheidung getroffen: Die Waldkappeler fusionierten mit dem MSC Breitau und gründeten so einen großen Motorsportclub, der mit ausreichend Manneskraft regelmäßig mehrere überregionale Motorsportevents pro Jahr stemmen kann. Im sportlichen Bereich hat der Verein seine Hausaufgaben gemacht: Mit Maximilian Wills und Maximilian Holzapfel haben sie zwei Zugpferde, die schon in jungen Jahren in Michael-Schumacher-Manier ihre Rennen dominieren und sicherlich auch in Zukunft für Furore sorgen werden.

 

DAS RENNWOCHENENDE IN ZAHLEN

„Ohne die Helfer geht gar nichts“

Moderator begleitete die Zuschauer durch das Geschehen. Christoph Lieberum aus Hornel schilderte das Renngeschehen für Laien verständlich.

Er heizte die Fahrer an, gab Zwischenzeiten durch und hatte dabei stets einen Scherz auf den Lippen. Bei den Lokalmatadoren erhob der dreifache Familienvater in kritischen Rennsituationen kurz seine Stimme. Eins mit Sternchen!

 

2 Fahrer gingen in der Klasse 50 bis 65 ccm an den Start. Henri Saakel landete in der Tageswertung auf dem 16. Platz, Ramon Raul Philippent wurde 17ter.

Die beiden Neunjährigen aus Bischhausen hatten trotzdem einen Riesenspaß – ihnen gehört die sportliche Zukunft beim MSC Waldkappel-Breitau.

Kimi Engelhardt zeigte nach einem „versemmelten Start“ in der Klasse 85ccm sein Können und wurde 9ter.

 

3.Platz belegte Maximilian Wills in der Klasse Youngsters am Sonntag. Nach einem Sturz und dem vierten Platz im ersten Lauf holte sich Wills im zweiten Lauf den dritten Platz. Holzapfel war im ersten Lauf um einen Rang besser und belegte den dritten Platz.

Andreas Hassenpflug aus Datterode belegte den achten Platz von insgesamt 40 Startern im Feld der Tageslizenz-Fahrer.

Ein starkes Resultat für Hassenpflug, der im ersten Lauf einen Blitzstart hinlegte und Fünfter wurde. Julian Larbig landete in der gleichen Klasse auf dem 15. Platz.

 

6 Jahre alt ist Joshua Wills. Stollenreifen, Benzingeruch und die Lust aufs Motorrad fahren wurden Joshua in die Wiege gelegt. Sein Vater Karsten, sein Opa Lothar und sein Bruder Maximilian sind durch und durch Motorrad-Enthusiasten.

So konnte er es kaum erwarten, am Sonntag sein erstes Rennen auf dem Husarenring zu bestreiten.

In der Klasse „50ccm Mini“ sicherte er sich auf einem Elektro-Bike den 17. Platz. „Er hat das gut gemacht“, erhielt Joshua ein Sonderlob von Bruder Maximilian.

9. Platz im Zeittraining hat Mike Dorn in der Klasse 40+ belegt. Im ersten Lauf hatte er Pech direkt nach dem Start, denn er crashte und hat sich danach als letzter auf den Weg ins Rennen gemacht. Aber mit dem Messer zwischen den Zähnen konnte er mit seiner Erfahrung und dem „Heimvorteil“ auf dem Husarenring auf den 9 Platz das Rennen beenden. Beim zweiten Lauf, der auch der letzte des Tages war, war die Strecke sehr konditionsraubend , aber er konnte ohne crash starten und reihte sich auf Platz 14 ein und konnte wieder auf Platz 9 vorfahren. „Dadurch, dass die Strecke im 2. Lauf ziemlich kaputt war, hatte Ich etwas Konditionsprobleme, um die Ich mich jetzt in der Sommerpause kümmern werde. 😊“ so Dorn nach dem Rennen.

12 Hügel überspringen die Fahrer auf dem Husarenring. Wie aus dem Nichts fliegen die Fahrer heran und setzen wenige Meter vor den Fans auf. Was eine Show! Auch nach der langen Coronapause haben zahlreiche Zuschauer den Weg nach Sontra gefunden.

„Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die gut organisiert war und wieder einmal Begeisterung für den Motorsport geweckt hat“, sagte der anwesende Bürgermeister Thomas Eckhardt.

 

50 Helfer waren für den MSC Waldkappel-Breitau rund um die Rennstrecke im Einsatz. Der Vorsitzende Peter Überschär bedankte sich bei den zahlreichen Helfern rund um den Husarenring: „Ohne die vielen Helfern in allen Bereichen wäre diese Veranstaltung gar nicht möglich.“

1890 Meter lang ist die Strecke auf dem Husarenring in Sontra. Und sie hat sich am vergangenen Wochenende in einem ausgezeichneten Zustand präsentiert, sagte Maximilian Wills, der die Strecke auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände aus dem Effeff kennt.        

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Veröffentlichung

Mi, 21. Juli 2021

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