Stefan Kleine: 2.500 Kilometer durch die Wüste

22.04.2017

2.500 Kilometer durch die Wüste Stefan Kleine aus Vinsebeck geht für den MSC Waldkappel-Breitau an den Start zur Tuareg-Rallye in Marokko und erreicht das Ziel in Nador als 38. seiner Klasse Vinsebeck (nw/um).

 

Etwas verspätet erreichte uns eine Pressemeldung vom Event, welches bereits am 18. bis 25. März statt fand. 

 

Auf Motorrädern zu fahren und auch selbst an ihnen zu schrauben, das ist bei Stefan Kleine schon ins Blut übergegangen. Der 49-jährige Vinsebecker sucht aber er immer den gewissen Nervenkitzel. Seit 30 Jahren ist er als Beifahrer in einem Moto-Cross-Gespann dabei und hat 2008 auf einem Quad die Tuareg Rallye durch Marokko bestritten – nun wagte er sich erneut an dieses Wüstenabenteuer. „Für mich war es eine Herausforderung, noch einmal einen solchen Wettbewerb auf zwei Rädern zu meistern, mein persönliches Ziel hieß: Ankommen“, betont Kleine, der das Ziel in Nador als 38. in seiner Klasse erreichte. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit startete Stefan Kleine bei der 20. Auflage zur Tuareg-Rallye in Midelt. Mit dabei waren 130 Motorräder, 15 Quads, 40 Autos , etliche Side by Sides und LKW. Um die anspruchsvollen Wertungsprüfungen materiell gut zu überstehen, entschied sich der Motocrosser aus Vinsebeck für eine 70 PS starke KTM 690cc/Rallyeversion. »Ich konnte mich nach einigen Stürzen bis zum Etappenziel durchbeißen«

 

Die Strecke hatte auf 2.500Kilometer nicht nur Steine,Felsen und Geröll zu bieten. Esmussten auch Flussbettedurchquert und Sanddünenbewältigt werden. Und das ganze in sieben Tagen.„Es waren atemberaubendeLandschaften.


Dabei hatten wirTemperaturunterschiede von minus fünf Grad im Atlasgebirgebis zu 30 Plusgraden in der Westsahara – das machteso manchem Teilnehmer zuschaffen“, erklärt Kleine.
Schon am zweiten Tag derRallye schieden einige Starterdurch technischen Defekt oderkleinere Unfälle aus. Auch Kleine hatte zu kämpfen. „Inden Dünen von Risani, das ist ein sehr weiches Dünenfeld im Westen von Marokko,bin auch ich an meine körperlichen Grenzen gekommen, konnte mich jedoch nach einigen Stürzen bis zum Etappenzieldurchbeißen“, so Stefan Kleine,der sich unter anderem  durch Ausdauerläufe in Formbrachte.Der tägliche Ablauf eines Motorradfahrers bei der Tuareg Rallye ist hart und beginnt mit dem Aufstehen um5 Uhr. Nach kurzem Frühstückwird zur eigenen Sicherheit die Ausrüstung noch einmalüberprüft. Dazu gehören unter anderem vier Liter Wasser,die jeder Teilnehmer am Start immer bei sich habensollte, Verbandzeug, GPS Notrufsender und vieles andere. Fehlt eines dieser wichtigen Utensilien, so wird dem Teilnehmer eine sogenannte Strafzeit von vier Stunden auferlegt. Gegen 6 Uhr wird in die jeweiligen Tagesetappen gestartet, die sich von etwa 300bis zu 630 Kilometer je nach Geländebeschaffenheit hinziehen können. Wenn allesplanmäßig läuft, sind die Fahrergegen 18 Uhr am Etappenziel. Wer aber unterwegs Probleme hat, erreicht das Ziel erst in der Dunkelheit oder sogar erst am Tag darauf. Im Ziel ist aber ans Ausruhen noch nicht zu denken. Im Fahrercamp angekommen werden die Fahrzeuge gecheckt,getankt und Routinearbeiten(z. B. Luftfilterwechsel, Ölcheck) durchgeführt.„Wichtig ist auch das Roadbook für den kommenden Tagzu bearbeiten und am Fahrzeug zu platzieren“, erklärt Stefan Kleine und fügt hinzu:„Mit dem Abendessen und einer kleinen Wäsche gegen 21Uhr endet so ein Tag und man ist nach etwa 15 Stunden auf den Beinen total erledigt. Aber mein gesamtes Team hat mir den Tagesablauf sehr erleichtert– da kann ich nur ein dickes Danke sagen. “Unterstützt und begleitet wurde der Rallye-Fahrer von den Mechanikern des E-ATV Racingteam aus Wesel und seiner Lebensgefährtin Ines Burrows, die erfahrene Krankenschwester ist, und so manchem lädiertem Fahrer weiterhelfen konnte.

 

Wir gratulieren zum tollen Ergebnis... Was ein Abenteuer. Hut ab!

 

Text: www.nw.de vom 22.04.17

Alle Ergebnisse : http://www.tuareg-rallye.com/total.pdf

 

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